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Richmond Trail (Teil 2)

Da saß ich also: Hinter dem Steuer eines uralten Toyota Campervans, der nicht mir gehörte (Kennzeichen 666), an Freitag dem 13. kurz vor meiner ersten Fahrt im Linksverkehr. Gut, dass ich nicht abergläubisch bin.

48 Stunden zuvor:

Wo waren wir stehen geblieben? Achja.

Ich genoss gerade meine Mittagspause auf dem Stag Saddle, machte ein paar Fotos, trank einen Kaffee und schob mir genüsslich zwei Thunfisch-Reis Burritos rein:

Da kamen mir zwei Wanderer aus Norden entgegen. Sie stiegen aus den Wolken und freuten sich, genau wie ich, über die schöne Aussicht. Als sie mich begrüßten, antwortete ich “You got perfect timing”, wusste aber in dem Moment noch nicht, wie perfekt ihr Timing wirklich war.

Die junge Frau fragte mich direkt, ob ich schon einen Shuttlebus nach Geraldine gebucht hätte? Das ist die Kleinstadt, in der ich Vorräte kaufen musste und von wo aus ich zurück zum Trail gelangen sollte.

Als ich das verneinte, fragte sie mich, ob ich nicht bereit wäre, ihren Van vom Parkplatz am Fluss in die Stadt zu fahren. Die beiden würde aus Tekapo zurück nach Geraldine trampen, müssten sich aber bis zum Parkplatz auch ein Shuttle buchen.

Lange rede, kurzer Sinn: Wir alle sparen je 30$ und ich habe keinen Zeitdruck beim Abstieg ?.

Sie sagte noch: “I like trusting people” und ich nahm dankend ihren Autoschlüssel entgegen. Dann tauschten wir noch Nummern aus. Und so lernte ich Daniel aus Brasilien und Elise aus Belgien kennen.

Ich fand die Idee genauso super, wenn auch sehr spontan.

Linksverkehr kann wohl etwas verwirrend sein.. Naja, ist ja nicht mein Auto 😀

Der Abstieg in Richtung Rangitata River bot überwältigende Ausblicke in alle Richtungen. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus.

Am Abend verbrachte ich meine bisher kälteste Nacht an der Royal Hut:

Ihren Namen verdankt diese Hütte übrigens einem Besuch von Prinz Charles und Prinzessin Anne im Jahre 1971. Die beiden sind aber weder hier hoch gewandert, noch haben sie hier übernachtet. Sie wurden per Helikopter eingeflogen, hatten eine Tasse Tee und sind wieder abgehauen.

Der nächste Tages-Trip führte mich dann durch weitläufige Täler und über kleinere Sättel und Hügel weiter Richtung Tal:

Und so kam es dann, dass ich meine ersten Fahrversuche im Linksverkehr machen durfte.

Zum Glück war die Straße sehr wenig befahren. Es gab aber einige abenteuerliche Stellen, an denen ich auf dem Schotterweg gut Stoff geben musste, um die Berge hoch zu kommen.

Letztenendes ist aber aber alles gut gegangen und ich konnte den Van unbeschadet zurück bringen.

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