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Te Araroa: Die Richmond Ranges

Te Araroa: Die Richmond Ranges (Teil 1)

Der Te Araroa führt über den Berg Maungakura (auch Red Hill genannt) und den Richmond Alpine Track durch den Mount Richmond Forest-Park bis Pelorus bei den Marlborough-Sounds. Die 130 Kilometer lange Strecke führt über steile Berge, durch lange Täler und dichte Waldgebiete und ist teilweise ausgesetzt und insgesamt sehr abgeschieden. Für die Wanderung werden etwa 7-8 Tage benötigt und es gibt unterwegs keine Möglichkeit Proviant aufzustocken.

Es kann an einem Punkt auf der Strecke in Richtung Nelson angebogen werden, was hilfreich sein kann, wenn schlechtes Wetter zu erwarten ist. Bei starken Regen in den Bergen schwellen die Flüsse schnell mal soweit an, das auf das weiter wandern ein oder zwei Tage verzichtet werden muss.

Te Araroa: Richmond Ranges

Doch abgesehen davon bietet der Nationalpark die großartige Landschaften und die unterschiedlichsten und faszinierendsten natürlichen Lebensräume für Tiere und pflanzen. Lediglich einige künstlich angelegte Wälder und die ein oder andere Hütte erinnern beim besteigen der meist über 1500 Meter hohen Gipfel dieser Bergkette an die Anwesenheit von Menschen.

Oben: Das Bild zeigt das Tal des Wairau River, dem ich seit der durchquerung des Nelson Lakes Districtes bis hierhin gefolgt bin. Gegenüber sind die sandig-roten Hänge des Red Hill zu sehen.

Aufbruch von St Arnaud

Nachdem ich St Arnaud erreicht habe und mir zwei Ruhetage in dem ruhigen Urlaubsort im Zentrum des Nordens der Südinsel genommen habe, standen als nächstes die Richmond Ranges auf dem Plan.

Zur Vorbereitung gab es jede Menge Kalorien und einige Stunden tiefen Schlaf.

Um meinen Proviant aufzufüllen, habe ich in der Alpin Lodge mein Care-Paket eingesammelt. Ich war sehr froh, dass ich mir Wochen zuvor das wichtigste per Post hierher geschickt habe. St Arnaud ist nicht besonders groß und der einzige Shop hier ist sehr teuer und bietet bloß begrenzte Auswahl. Aus der begründeten Angst heraus, ich hätte nicht genug Verpflegung für die Strecke, habe ich das ein oder andere nachgekauft. Merke: Wenn ein kleiner Tankstellenshop die Preise nicht an den Produkten etikettiert, ist das in der Regel ein schlechtes Zeichen.

Im Hostel fand ich eine Gaskartusche für meinen Campingkocher in der “Free”-Kiste, die jemand anderes zurückgelassen haben muss. Blöd bloß, dass ich bei meinem Aufbruch an alles gedacht habe, außer diese Kartusche einzupacken. Als ich es bemerkte, bin ich den State Highway 63 bereits die 8.5 Kilometer bis zum Start des Trails gelaufen. Umkehren hätte also 17 Kilometer und 3 Stunden zusätzlichen Weg bedeutet. Und mit dem randvollen Rucksack konnte ich mich dazu nicht so wirklich begeistern.

Meine Gaskartusche hatte bereits einige Tage gehalten und war spürbar leichter als eine “frische” volle Kartusche. Doch zur Not blieben andere Möglichkeiten: Ich könnte auf dem Lagerfeuer kochen oder Cold-Soaken. Eine Technik, bei der das Abendessen den Tag über in einem Plastikbeutel eingeweicht wird. Das sollte im besten Falle aber ein Plan B bleiben. Ich bevorzuge warmes Abendessen. Besonders nach 8 oder 10 Stunden und einigen hundert Höhenmetern in den Bergen.

Te Araroa: RIchmond Ranges
Red Hills Ridge: Rotes Gestein an den Hängen des Maungakura

Maungakura – Red Hill

Nachdem ich die Straße verließ, führte mich am ersten Tag zuerst ein Waldwanderweg und später eine Schotterstraße die ersten Ausläufer der Berge hinauf bis zur Red Hill Hut. Nach bisher 3.5 Stunden gab es hier zum Mittagessen einen Wrap sowie einen Kaffee. Am Nachmittag hieß mich dann der Red Hills Track in der unwirtlichen aber atemberaubenden Landschaft der Richmond Ranges willkommen.

Der Te Araroa Nobo Guide (Link)

Die Trail-Notes aus dem bekannten und hervorragenden Te-Araroa NOBO (Northbound) Guide, den ich auf meiner Wanderung gern zur Vorbereitung und als Informationsquelle nutze und daher wahrscheinlich schon öfter erwähnt habe, informiert mich vorab über das, was vor mir liegt.

Der Blog wurde von einem erfahrenen Wanderer aus Neuseeland verfasst. Er beschreibt den Weg immer nüchtern und mit den nötigsten Details. Als ich ließ: “The track from Red Hills Hut downhill is very difficult going, beginning as boggy and then becoming very rocky, with a good deal of up and down. ” , wusste ich, dass es wahrscheinlich kein Spaziergang wird.

Te Araroa: Richmond Ranges

Es ging über einen sehr schmalen und steinigen Pfad entlang an Hügeln und durch lange Täler und über einige Sättel die gute Aussichten versprachen. Denn das Wetter spielte an diesen Tagen mit: Die Sonne schien und die Sichtverhältnisse waren ausgezeichnet! Nach etwas mehr als 5 Stunden erreichte ich sehr müde aber glücklich die Porters Creek Hut.

Am nächsten Morgen ging es weiter durch ähnliches Terrain bis ich zur Hunters Hut und damit zum nördlichen Ende des Red Hills gelangte.

Von hier aus hatte ich einen guten Ausblick in das gegenüberliegende Tal, den bevorstehenden Abstieg und den steilen Aufstieg zum Mount Ellis der für den Nachmittag geplant war. Mir wurde erstmals, wie abgeschieden und gewaltig diese Gegend wirken kann.

Anfang des Richmond Alpine Track

Der Aufstieg zum Mount Ellis blieb mir als einer der längsten aber auch schönsten auf dem gesamten Trail in Erinnerung. Nach der Hunters Hut führt der Weg erst ins Tal hinab wo der hier fließende Fluss einfach durchquert werden konnte.

Von hier führt der Bergwanderweg zuerst sehr steil und danach stetig. zum Gipfel des Mount Ellis. Von hier aus konnt ich in der Ferne zum ersten Mal die Nordküste der Südinsel sehen! Die Tasman Bay lag vor mir. Weit in der Ferne – Zugegebenermaßen.

Aussicht vom Mt Ellis

Um mich herum erstreckte sich eine Landschaft aus kantigen Gesteinsformationen und Berghängen die von ausgetrockneten Gras und Gebüsch bewachsen waren. Es fühlte sich an wie in einer Szene aus Der Herr der Ringe!

Te Araroa: Die Richmond Ranges

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