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Te Araroa: Nordinsel – Von Whakahoro nach National Park

Bevor es den Grammatik- und Rechtschreibfanatikern in den Fingern juckt, mich auf inkorrekte Verwendung von Präpositionen in der Überschrift hinzuweisen: Bei National Park handelt es sich in diesem Fall tatsächlich um eine kleine Ortschaft, die sich eben genau so nennt: National Park. Wie es dazu kam, dazu später mehr.

Begeben wir uns für Abenteuer in die Wildnis, kommt es gelegentlich vor, dass trotz akribischer Vorbereitung unsere Pläne ins Wasser fallen, weil letztlich Mutter Natur das Sagen hat.
Meine Entscheidung, den Te Araroa Trail auf der Nordinsel im September/ Oktober – und damit außerhalb der Hauptsaison zu wandern, half mir aufs Neue, diese manchmal schwer zu akzeptierende Lektion wirklich zu verinnerlichen.

Der Whanganui River

Nach meiner Ankunft in Whanganui, begannen Harriet und ich damit, uns auf den Whanganui River Journey vorzubereiten – eine 100+ Kilometer lange Kanu Tour auf dem drittlängsten Fluss Neuseelands und gleichzeitig einen der spannenderen Abschnitte des Te Araroa Trails.
Nicht zuletzt weil dieser Part des Te Araroa eine Pause vom täglichen Wandern verspricht, habe ich mich sehr auf die Kanu Tour gefreut.
Nach unserer Ankunft in Ohakune begrüßte uns Gavin sehr Herzlich bei Yeti Tours. Wie erledigten den Papierkram, machten uns mit dem Kanu vertraut und verstauten unsere Verpflegung und Ausrüstung in den wasserdichten Behältern.

Am nächsten Morgen ging es dann früh los. Der Ausgangspunkt unserer Tour liegt in Taumarunui – Etwa eine Stunde Fahrt entfernt von Ohakune. Wir luden die Ausrüstung auf einen Anhänger und machten uns auf den Weg.
Das Wetter schien bisher mitzuspielen: Zwar war es relativ kühl und es gab den ein oder anderen Schauer, doch ansonsten konnten wir uns nicht beklagen… bis wir den Fluss in Taumarunui erreichten.

Als wir uns dem Ufer näherten bemerkte ich Zweifel in Gavins Gesichtszügen: “This is an angry river”, sagte er mit besorgter Stimme.
Der Wasserstand sei zu hoch und der Fluss fließe viel zu schnell für eine sichere Tour, erklärte er uns. Wir müssten noch einen Tag abwarten.
Zurück in den Van und nach Ohakune ging es also.

Am Abend machten wir uns bereit für den Aufbruch am nächsten Tag. 24 Stunden später sollten die Konditionen für eine sichere Kanu Tour gegeben sein und wir können unser Abenteuer endlich starten. So jedenfalls die Theorie…

Am nächsten Morgen wachten wir sehr früh auf – es war kalt.
Harriet kletterte aus dem Van um einen Blick aufs Wetter zu werfen und fing laut an zu lachen. Mir war klar, dass das wahrscheinlich kein gutes Zeichen war.

Das Tongariro Crossing – To be continued

Zwar hatten wir unsere Neoprenanzüge zusammen mit der restlichen Ausrüstung im Kanu verstaut, doch auf Minusgrade waren wir nicht vorbereitet.
Sollten wir auf der Tour mal ins Wasser fallen, was laut Gavin sehr wahrscheinlich war, hätten wir kaum eine Möglichkeit unsere Anzüge zu trocknen. Und letztendlich wollten wir die Tour genießen und nicht erfrieren.

Auf einem Spaziergang durch das verschneite Skidorf machten wir uns Gedanken über unsere Optionen.
Da viele Straßen gesperrt waren, entschieden wir uns, einige Tage zu bleiben.

Wir hatten definitiv eine schöne Zeit in Ohakune, doch leider ergab sich kein geeignetes Wetterfenster. Weder für eine Kanutour, noch für das Tongariro Crossing, das für diese Region auch noch auf dem Plan stand.

Ich entschied mich schließlich, meine Wanderung in Richtung Norden fortzusetzen und im November für die noch offenen Abenteuer zurück zu kehren.

Von Whakahoro nach National Park

Um meine Wanderung fortzusetzen, wo der Whanganui River Abschnitt endet, brachte Harriet mich mit dem Van nach Whakahoro zur Blue Duck Station.

Die Schotterstraße hatte es wirklich in sich: 50 Minuten fahrt für eine Strecke von gerade einmal 18 Kilometer.
Wir verbrachten die Nacht am wunderschönen Whakahoro Camping Ground und am frühen Morgen machte ich mich auf den Weg.

Der Te Araroa führte die ersten ca. 20 Kilometer die selbe Schotterstraße hinauf, die wir am vorigen Tag herunter gekommen sind. Durchs Tal des Retaruke Rivers, ging es vorbei an vielen Schaf- und Kuhweiden sowie durch grünen Dschungel.


Die Nacht verbrachte ich in Retaruke am War Memorial bei zwei unglaublich lieben Trail Angels und ihrem kleinen Jack Russell Terrier:

Am nächsten Tag warteten einige Höhenmeter über befestigte Straße und Wanderweg auf mich, bis ich schließlich im Dorf National Park angekommen bin.

National Park – Neuer Name, alte Probleme

Der Ort im Tongariro National Park namens National Park hieß ursprünglich Waimarino Railway Station.
Damals kam es häufig zu Verwechslungen, da in der näheren Umgebung auch die Orte Waimarino County bzw. das Waimarino Electorate lagen. Post und Fracht landeten regelmäßig bei der falschen Adresse.

Ironischerweise fing die Verwirrung nach der Umbenennung des Ortes in National Park erst recht an (wer hätte es gedacht :D).
Jetzt landete regelmäßig die Post für viele andere Nationalparks Neuseelands im ehemaligen Waimarino Railway Station.

Ließ die gesamte Geschichte hier:

https://gazetteer.linz.govt.nz/place/55390


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