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Fernwandern – Unterwegs auf langen Wegen

Fernwandern – Trend, Sport und Leidenschaft

Fernwandern ist das zurücklegen sehr weiter Distanzen in der Natur oft über Tage, Wochen oder Monate hinweg. In einem Rucksack auf dem Rücken trägt der Wandernde alles, was er zum Überleben braucht. Übernachtet wird meist im Zelt, Biwak oder in Schutzhütten. Fernwanderwege findet man Weltweit und oft wandeln hier Wanderer auf Pfaden von historischer Bedeutung.

Fernwandern
Das Fernwandern gewinnt in der heutigen Zeit zunehmend an Beliebtheit. Die großen Trails der USA - der Pacific Crest Trail, der Appalachian Trail und der Continental Divide Trail sind bekannt für Ihre große und stetig wachsende Trail-Community. 

Der historische Jakobsweg in Europa wird jährlich von mehr und mehr Wander-begeisterten beschritten, wobei das Pilgern aus religiösen Beweggründen schon lang nicht mehr zwingend im Vordergrund steht. Das Fernwandern (oder auch “Weitwandern“) ist zur Trendsportart geworden und begeistert junge und alte Menschen weltweit. Ich möchte in diesem Beitrag diese spezielle Form des Wanderns etwas genauer unter die Lupe nehmen. 

Fernwandern – Abenteuer und Gemeinschaft

Auf die Frage, weshalb Naturfreunde oft Wochen und sogar Monate auf Fernwanderwegen unterwegs sind, bekommt man die unterschiedlichsten Antworten zu hören. Man wolle einfach die Wildnis genießen, zur Ruhe kommen, eine persönliche Herausforderung angehen oder sich etwas beweisen. Viele Reden davon, dem Alltag zu entfliehen und das Leben aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Doch vor allem scheint es an einem ganz bestimmten Grund zu liegen: Gemeinschaft

Fernwandern

Immer wieder lese ich in Zeitschriften, Blogposts und Artikeln, wie Menschen von ihren Wandertouren berichten. Und dort wird oft davon erzählt, wie Wanderer auf ihren Wegen Gleichgesinnte und sehr oft sogar neue Freunde gefunden haben. 

Dasselbe habe ich oft auch Wanderer auf dem Te Araroa Trail sagen hören und letztendlich habe ich es hier selbst erfahren dürfen.

Natürlich gibt es immer Ausnahmen. Doch neun von zehn Wanderern, die ich in Hütten oder an Campingplätzen kennenlernt habe oder die mir tagtäglich auf dem Trail entgegen gekommen sind, waren glückliche, freundliche und unglaublich hilfsbereite Menschen. 

Der Weg ruft

Ein weiterer Aspekt des Fernwanderns, der mich immer wieder fasziniert: Vom Trail geht eine Art magische Anziehungskraft aus, die bemerkbar wird, sobald man den Weg verlässt.
Fernwandern

Im Wald und in den Bergen unterwegs wünscht man sich oft nach Hause und in die Zivilisation zurück zu kehren. Doch sobald ich nur zwei Tage im Lager, einer Hütte oder einem Hostel verbracht habe, konnte ich es spüren. Ich wollte zurück in die Wildnis. So bald wie möglich! Zurück auf den Trail und weiter laufen. 

Viele Wanderer verfallen in depressive Episoden, nachdem sie eine längere Wanderung abgeschlossen haben. Man gewöhnt sich so sehr an den neuen Lebensstil, das man sich auf einmal unwohl fühlt, wenn keine Kilometer zurückgelegt werden.

Auf dem Weg wird ein überwiegend gesunder Lebensstil gepflegt. Auch, wenn die Ernährung meist aus Trockennahrung, Instantnudeln und Süßigkeiten besteht, gewöhnt man sich an reichlich Sonnenschein und frische Luft. Die biologische Uhr des Körpers ist korrekt auf den Tag-Nacht Zyklus eingestellt. Und nicht zuletzt ist der Körper einem ordentlichen, täglichen Maß an Bewegung ausgesetzt.

Kein Wunder, dass das Wandern (oder Pilgern) in der Geschichte eine lange Tradition hat und oft als Weg zu mehr Klarheit, Ausgeglichenheit und Gesundheit beschrieben wird. 

Lies hier mehr über die positiven Effekte des Wanderns!

Fernwandern – Eine Geschichte von Pilgertum und der ursprünglichsten Form des Reisens

Oft stellen wir uns die Frage: Soll ich laufen oder doch schnell ins Auto steigen? Der Laden ist doch gleich um die Ecke. Zehn Minuten gehen oder zwei Minuten fahren? 

Für unsere Vorfahren kam, für einen sehr langen Zeitraum, etwas anderes als Laufen überhaupt nicht in Frage. Die Möglichkeit der motorisierten Fortbewegung ist nicht einmal 150 Jahre alt. 

Seit wann dem Menschen das Reiten auf Pferden als Fortbewegungsmittel zur Verfügung stand, kann bis heute nicht genau datiert werden. Die ersten Spuren der domestizierung des Pferdes gehen etwa 5000 Jahre zurück. Evolutionär gesehen sind wir den Großteil unserer Entwicklung, angefangen vor etwa 300.000 Jahren in Afrika, zu Fuß gegangen. Das Gehen liegt uns im Blut. 
Die Reise zu Fuß ist also so alt wie der Mensch selbst.

Doch solange wir auch über den Erdball gelaufen sind, haben wir das nicht unbedingt freiwillig gemacht, sondern eher aus Mangel an Alternativen. Wir mussten neue Lebensräume finden, sind den Jahreszeiten und Beutetieren gefolgt.

Pilgertum und Religion 

Beim Wandern ist der Weg das Ziel. Und sich auf den Weg zu machen, nicht unbedingt um irgendwo anzukommen, sondern um auf dem Weg zu sein, findet seinen Ursprung sehr wahrscheinlich in der Spiritualität des Menschen. Das Pilgern hat in vielen Religionen einen hohen Stellenwert. Auch wenn bei der Pilger- oder Wallfahrt der Zielort im Vordergrund steht, birgt die Wanderung einen entschleunigenden Effekt. Der Pilgernde hat Zeit, fernab jeglicher Ablenkung des Alltags, wirklich nachzudenken.

Gesellenwanderung / Walz

Die Wanderschaft hat eine sehr facettenreiche Geschichte. Im mitteleuropäischen Raum spielte sie vor nicht allzu langer Zeit in unserer Gesellschaft im Bereich der handwerklichen Ausbildung eine tragende Rolle. Für angehende Gesellen war die Wanderschaft über einen gewissen Zeitraum sogar verpflichtend und Voraussetzung, um eine Meisterprüfung zu absolvieren. 

Gegenwart 

Heute leben wir in einer vernetzten, globalisierten Welt. Zeit ist Geld und der Arbeitsplatz liegt oft nicht gleich um die Ecke. Wir machen Urlaub in fernen Ländern und fahren zum Einkaufen in die nächste Großstadt. Verständlich- denn wir haben die Möglichkeit dazu. Und gerade heute erlebt das Wandern, die freizeitliche Reise zu Fuß, eine regelrechte Renaissance. 

Fernwandern

Das Wandern ist in der Moderne angekommen. Aus dem Wanderwochenende ins Allgäu mit den Großeltern ist eine Trendsportart geworden. In einer schnelllebigen Welt suchen gerade Menschen die sich im Alltag von Stress und Zeitdruck überfordert fühlen Entschleunigung und aktive Regeneration.

Bilder der Ausflüge mit Freunden und Familie verstauben nicht länger in alten Fotoalben sondern landen auf Facebook und Instagram und gehen um die Welt.

Fernwandern und Popkultur: Bücher und Filme zum Thema

Wild (2014)

Dieser bildgewaltige Hollywood Film mit Reese Witherspoon zeigt das Abenteuer der jungen Cheryl, die drei Monate lang allein auf dem PCT (Pacific Crest Trail) in den USA unterwegs ist. Der oft von der Kritik gelobte Film basiert auf einer wahren Geschichte und stellt das Fernwandern mit all seinen Facetten dar.

Ich bin dann mal Weg

von Hape Kerkeling 

In diesem Reisebericht aus dem Jahr 2006 geht es um Hape Kerkelings Erlebnisse auf dem Jakobsweg. Das Buch wurde in kurzer Zeit zum internationalen Bestseller. Der Entertainer erzählt hier in kurzweiliger und amüsanter Art von seinen Erfahrungen und dem Alltag auf dem Trail. 


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