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Nachtlager aufschlagen – Der ultimative Guide für die Übernachtung im Freien

Nachtlager aufschlagen – Der ultimative Guide für die Übernachtung im Freien

Gehen wir auf längere Reisen und mehrtägige Abenteuer, stehen oftmals Übernachtungen im Freien an. In der Natur ein Nachtlager aufschlagen – Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten und Unterkünfte. Was wird mitgenommen und wie sieht der perfekte Ort zum nächtigen aus? Das erfährst du in diesem Beitrag!

Zelt, Biwak und Co. – Die Unterkunft für dein Nachtlager

Geht es um die Unterkunft, haben wir die Qual der Wahl. Denn Übernachtung ist nicht gleich Übernachtung – vor allem nicht in der Wildnis. Jeder Ausflug, jede Expedition und jedes Abenteuer stellt spezielle Anforderungen an ein gut ausgestattetes Nachtlager. Du entscheidest: Brauchst du eine Basis-Unterkunft mit ausreichend Platz und einem gewissen Level an Komfort oder reicht das Not-Biwak aus?

Im folgenden werde ich die verschiedenen Möglichkeiten einmal vorstellen und auf die jeweiligen Vor- und Nachteile eingehen.

Nachtlager aufschlagen - Das Zelt
Das Zelt – Die klassische Unterkunft für Übernachtungen im Freien

Das Zelt

Der Allrounder für alle Situationen. Das Zelt ist der ultimative Begleiter für alle mehrtägigen Outdoor-Abenteuer! Egal ob bei eisiger Kälte im Winter, für heiße Nächte im Sommer, bei Sturm, Regen oder für die Übernachtung beim Bergsteigen: Mit dem richtigen Zelt ist all das kein Problem!

Wenn wir als Abenteurer auf unseren Touren unbekanntes Terrain erkunden, uns in Extremsituationen begeben, lange unterwegs sind und das Wetter schlecht abschätzen können ist das Zelt die perfekte Unterkunft. Das richtige Zelt in der entsprechenden Situation kann uns vor fast allen Witterungsverhältnissen schützen. 

Nachtlager aufschlagen

Doch wann immer wir Einfachheit und Flexibilität aufgeben, um uns zu spezialisieren, haben wir die Qual der Wahl: Einwandig oder doppelwandig, groß oder klein, günstig und etwas schwerer oder teures Ultraleicht-Zelt.

Hier gibt es sicher Allrounder-Lösungen, die für Wochenendtrips und Touren in gemäßigten Klima bestens ausreichen und kein Loch in den Geldbeutel brennen. Geht es aber in extremes Terrain, auf Langstrecken- oder Bergtouren, ist es durchaus sinnvoll sich für ein Zelt zu entscheiden, dass den speziellen Anforderungen gerecht wird.

Hat man sich für ein Modell entschieden, macht es außerdem Sinn, das Zelt vor der eigentlichen Tour im Garten einmal auf und abzubauen. So verhindert man unnötiges ausprobieren bei Dunkelheit oder eventuell schlechtem Wetter.

Vorteile

Nachteile

  • Universell einsetzbar
  • sichere Unterkunft bei fast jedem Wetter
  • unterschiedliche Modelle für alle Möglichen Situationen
  • erhöhtes Gewicht
  • unter umständen teuer in der Anschaffung
  • Aufbau kann etwas Zeit in Anspruch nehmen

Meine Empfehlung:

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Das Biwak

Als Biwak bezeichnet man das Nachtlager ohne Zelt, oft bloß mit Schlafsack und Luftmatratze oder mit einem sogenannten Biwaksack. Besonders im Sommer und bei wolkenlosen Nächten ist das Übernachten unter dem freien Sternenhimmel eine ganz besondere Erfahrung!

Bei der Entscheidung zu einem Biwak, entscheiden wir uns gleichzeitig zu einem echten Outdoor-Erlebnis! Wir setzen uns den Elementen direkt aus und erleben die Natur praktisch hautnah. Das Biwak hat viele offensichtliche Vorteile: Man spart Gewicht sowie jede Menge Platz im Rucksack und der Aufbau ist denkbar schnell und unkompliziert. Einfach die Luftmatratze oder Isomatte ausbreiten und den Schlafsack auspacken. Fertig. Außerdem gibt es Situationen, in denen das Zelten verboten, ein (Not-)Biwak aber erlaubt ist. Das trifft etwa auf alpines Gelände zu, wenn die Schutzhütte oder das Ende einer Tour zum Beispiel wegen Erschöpfung am selben Tag nicht erreicht werden kann.

Wer das Biwak in Erwägung zieht, sollte zuerst einmal Zuhause im Garten üben, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Vielleicht ist der Schlafsack doch zu kalt oder wird morgens feucht vom Tau. Hier kann ein sogenannter Biwaksack Abhilfe verschaffen. Dabei handelt es sich um eine Hülle für den Schlafsack.

Es kann ein wunderbares Erlebnis sein, in einer sternenklaren Nacht unter freiem Himmel einzuschlafen. Doch gibt es viele Situationen, in denen ich ein Zelt einem Biwak vorziehen würde. Bei Gewitter und Sturm schläft es sich nämlich nicht so gut ohne Dach (oder Plane) über dem Kopf.

Vorteile

Nachteile

  • Leicht
  • Einfach im Aufbau
  • Günstig
  • Gutes Wetter ist voraussetzung – schlecht bei Temperaturschwankungen und Wetterumschwüngen,
  • Feuchtigkeit (Morgentau) kann in den Schlafsack einziehen

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Das Tarp

Die Wohl ursprünglichste Form des Zeltens: Ein Tarp ist praktisch nichts anderes als eine leichte Plane, die mithilfe einiger Leinen und zum Beispiel Wanderstöcken aufgestellt wird. Das Tarp bildet somit den Mittelweg zwischen Zelt und Biwak. Eine minimalistische Form des Campens.

Einfacher geht es beim Campen kaum: Zwei Wanderstöcke in den Boden gerammt und eine Plane drüber gespannt. Das Gestell wird mit Leinen an Bäumen oder ein paar Heringen befestigt. Als Wasserdichtes Dach bietet das Tarp auf diese Weise Schutz vor Regenfällen und hält den Abenteurer und seine Ausrüstung trocken.

Es ist extrem schnell aufgebaut und bietet zum Beispiel auch Schutz für eine Mittagspause bei schlechtem Wetter. So lange man von starkem Wind größtenteils verschont bleibt, der Regen nicht von der Seite kommt und bei Bedarf an Moskitospray gedacht wird, ist man mit einem Tarp gut bedient!

Es kann auch in Kombination mit einem Biwaksack oder als Vordach fürs Zelt verwendet werden, um den Lagerplatz zu erweitern.

Vorteile

Nachteile

  • Günstig
  • Simpler Aufbau
  • leichtes Gewicht und platzsparend
  • nur bedingt Schutz vor extremen Wettersituationen
  • kein Schutz vor Insekten

Ein leichtes Modell ist hier bei Amazon erhältlich.

Die Hängematte

Eine Hängematte erinnert mehr an einen Strand-Urlaub auf einer paradiesischen Insel als an einen Camping Trip. Doch tatsächlich bietet die Hängematte mehr Vorteile als man denkt. Und an Gemütlichkeit ist sie kaum zu übertreffen! Viel Glück auf der Suche nach einer entspannteren Methode des Campens.

Abgesehen vom Komfort glänzt die Hängematte vor allem bei einem Punkt: Isolation! Denn bei der Übernachtung im Freien verlieren wir die meiste Körperwärme über den Boden. Baumelt man mit einem guten Schlafsack in einer Hängematte, hält einen diese Methode überraschend gut warm. 

Nachtlager aufschlagen

Der Aufbau kann etwas kompliziert sein und ein paar stabile Bäume in geeigneten Abstand zueinander sind eine gute Voraussetzung. Bei schlechtem Wetter oder gar Sturm ist von dieser Methode aus offensichtlichen Gründen aber eher abzuraten.

Vorteile

  • Komfortabel
  • Isolation vom Boden
  • Schutz vor am Boden lebenden Insekten und Kleintieren

Nachteile

  • Aufbau kann eventuell schwierig sein
  • nicht überall anwendbar
  • kein Schutz vor Regen und Wind

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Bushcraft- / Survival Lager

Die ultimative Herausforderung für jeden Abenteurer wenn es ums Thema Nachtlager aufschlagen geht! Als Bushcraft bezeichnet man das lernen und meistern von Fähigkeiten und Techniken zum Überleben in der Wildnis mit dem allernötigsten an Ausrüstung. Hier wird die Notunterkunft mit oft nicht mehr als einem Messer selbst errichtet!

Die Fähigkeit, in einer Notsituation ein Lager kurzerhand selbst zu errichten ist nicht bloß cool sondern kann in extremen Situationen über Leben und Tod entscheiden. Wer auf einer Tour in abgeschiedenen Teilen der Welt vom Weg abkommt, muss sich mit dem Nötigsten versorgen können und dazu gehört nunmal der Aufbau eines einfachen Lagers.

Nachtlager aufschlagen

Das erlernen dieser Outdoor-Fähigkeiten macht außerdem besonders viel Spaß, weil man dabei durchaus kreativ werden kann. Hier gibt es keine Regeln und unendlich viele Möglichkeiten.

Vorteile

Nachteile

  • Günstig
  • Flexibel
  • Selbstgebaut
  • Erfordert Erfahrung und viel Übung
  • Nimmt unter Umständen viel Zeit in Anspruch

Den optimalen Lagerplatz auswählen

Stellen wir unser Lager in der freien Natur auf, wollen wir uns in erster Linie möglichst gut von Umwelteinflüssen wie Wind und Wetter schützen. Starker Wind, Regen, Schneefall oder brütende Hitze können eine Campingerfahrung sehr unangenehm gestalten. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich durch die richtige Wahl der Ausrüstung und durch umsichtige Planung davor zu schützen. Wenn wir uns im Vorfeld genau überlegen, wo und wie wir unser Lager aufstellen, sparen wir uns damit eventuell ein böses Erwachen mitten in der Nacht!
Nachtlager aufschlagen
Ein wunderbarer Zeltplatz inklusive Wasserquelle

Der Untergrund 

Der Boden, auf dem wir unser Lager aufschlagen, entscheidet über Faktoren wie die Qualität unseres Schlafes sowie der Stabilität des Zelt-Aufbaus. Öfter als bloß einmal bin ich Nachts wach geworden weil mir buchstäblich die Decke auf den Kopf gefallen ist! 

In einem Sturm haben starker Wind und Regen an den Zeltleinen gerissen und schließlich die Heringe aus dem Untergrund gelöst. Dafür reicht es, wenn bloß ein Hering etwas locker ist. Wenn dieser sich löst, haben die restlichen Leinen mehr Spiel und bewegen sich nach und nach ebenfalls aus der Verankerung.

In anderen Fällen war der Untergrund zu uneben oder steinig. Selbst meine Luftmatraze konnte die Unebenheiten im Boden nicht ausgleichen und am nächsten Morgen wachte ich mit Rückenschmerzen auf. 

Ich habe daraus gelernt, mehr Wert auf einen festen Untergrund bei der Auswahl des Lagerplatzes zu legen. Besonders gut eignet sich zum Beispiel gut durchwurzelter Waldboden. Fest genug um Heringe darin zu verankern, ist die Oberfläche trotzdem weich genug, um komfortabel darauf schlafen zu können. 

TIPP: Zelt/ Tarp Befestigung auf weichem Untergrund

Zugegeben: Manchmal hat man keine andere Wahl und der gesamte Boden in der Umgebung ist weich. In diesem Fall können die Zeltleinen zum Beispiel an Bäumen festgebunden werden. Ich verwende gerne schwere Steine um die komplett im Boden versenkten Heringe damit zu beschweren.

Die Lage

Nachtlager aufschlagen

Natürlicher Schutz 

Auch wenn der Untergrund praktisch Teil davon ist, möchte ich die Lage des Lagerplatzes hier einmal getrennt davon betrachten. Mit wachsender Erfahrung, können wir lernen, die “Umgebung zu lesen” und geeignete Orte von eher ungeeigneten zu unterscheiden. 

Wissen wir zum Beispiel, aus welcher Richtung der Wind in einer Bestimmten Umgebung normalerweise kommt, können wir Felsen, Gebüsch oder einen Waldrand gezielt als natürlichen Schutz einsetzen. 

Regen richtig abfließen lassen

Wählst du einen Platz aus um dein Zelt aufzustellen, dann sieh dir den Boden vorher genau an.

Kannst du natürliche Rinnen oder Erhöhungen ausmachen. Steht das Zelt auf leicht erhöhtem Grund, kann der Regen abfließen und sammelt sich nicht beim Schlafen unter deiner Matratze. 

Versorgung mit (Trink-) Wasser

Besonders bei einem längeren Aufenthalt im Lager oder wenn ein Lagerfeuer entzündet werden soll, ist es immer hilfreich eine gute Wasserquelle in der Nähe zu haben. In einem frischen Bach oder See lässt sich außerdem nach einem langen Tag ein Bad nehmen! Für mich ein Pflicht-Kriterium für einen guten Lagerplatz.

Möglichkeit, Proviant aufzuhängen

Ungeziefer wie Mäuse, Ratten, Opossums oder Waschbären können im Nachtlager zu einer echten Plage werden und einem nicht bloß den Schlaf rauben! Wer in der Wildnis zum Beispiel in einem Wald sein Lager aufschlägt, muss mit nächtlichen Besuch rechnen. 

Vor allem der Geruch von gekochten Essen lockt die Nager an. 

Es ist deshalb unbedingt notwendig, jeglichen Proviant in einem Beutel oder im Rucksack zu verpacken und dann möglichst 1 – 1,5 Meter hoch über dem Boden aufzuhängen. In Schutzhütten gibt es dafür oft Haken oder Nägel in den Wänden. Im Wald kann man herabhängende Äste verwenden. 

Ich habe von Wanderern gehört, die auf mehrtägigen Touren die Hälfte ihres Proviants verloren haben, weil sie unachtsam waren und das Essen nach dem Kochen auf dem Boden haben stehen lassen. Ein Fehler, den man bloß einmal macht, wenn danach 2 oder 3 Tage Fasten beim Wandern angesagt ist.


Camping und Biwak Ausrüstung 

Geht es auf eine mehrtägige Tour inklusive Übernachtung, sollten einige Vorbereitungen getroffen werden. Frage dich im Vorfeld: Was benutze ich Zuhause, bevor ich schlafen gehe oder nachdem ich aufstehe? Was davon ist Luxus und worauf möchtest du auch in der Natur nicht verzichten? 

Feuerstarter und Marshmallows

Weißt du bereits, wo übernachtet wird? Wenn dort das entzünden eines Lagerfeuers erlaubt ist, dann vergiss dein Feuerzeug nicht. Oder dein Survival-Messer mit Feuerstarter. 

Vielleicht übernachtest du auch auf deinem privaten Grundstück, oder dem eines Freundes. 

Doch egal wo du dich befindest: Stelle sicher, dass du eine sichere Feuerstelle aufbaust. Bilde einen Steinkreis abseits von trockenen Gebüsch und Bäumen. Und stelle eine Flasche Löschwasser bereit. Natürlich sollte auch etwas Stockbrot oder ein paar Marshmallows nicht fehlen! 

Campingkocher 

Nachtlager aufschlagen

Darfst du kein Feuer entzünden oder bist du dir unsicher? Kein Problem! Wenn du deinen Campingkocher parat hast, kannst du trotzdem ein warmes Abendessen genießen. 

Allein für den morgendlichen Kaffee würde ich auf einen Campingkocher in meinem Gepäck nicht mehr verzichten! 

Nachtlager aufschlagen
Werkzeuge für die Übernachtung im Freien

Werkzeug

Hast du geplant, ein Lager selbst zu errichten? Ein Messer und vielleicht auch ein Beil können in diesem Fall nicht schaden! Auch, um zum Beispiel etwas Feuerholz zu schlagen.

Wasserfilter

Ein guter Wasserfilter gehört für mich inzwischen zur Pflichtausrüstung auf fast jeder Tour. Denn wenn das Wasser nicht gerade aus einem kristallklaren Gebirgsbach stammt, bin ich lieber vorsichtig. Sich im Hinterland den Magen zu verstimmen und mit Durchfall durch die Gegend zu wandern, ist eine Erfahrung auf die ich gerne verzichten kann. 

Hier geht es zu meinem liebsten Wasserfilter! Dieses Modell lässt sich einfach auf die Trinkflasche schrauben und es ist kein lästiges Umfüllen nötig. 

Zahnbürste

Ob Zuhause oder in der Natur: Zahnpflege ist essenziell. Bedarf wahrscheinlich keiner weiteren Erläuterung. 

Camping-Dusche 

Eine Dusche gehört im Outdoor-Lager eher zum Luxus. Dennoch gibt es unterschiedliche Modelle, mit denen sich ein Campinglager upgraden lässt und die teilweise sogar durch Solarkraft eine warme Dusche ermöglichen (vorausgesetzt die Sonne scheint)! 

Ich bevorzuge es, wenn möglich in einem Fluss, See oder im Meer zu baden, wenn ich unterwegs bin! Und wenn man in den Bergen unterwegs ist, tut es auch ein Gebirgsbach. Diese Art der Dusche ist besonders erfrischend! 

Ein gutes Buch

Wenn das Lager aufgestellt, das Essen gekocht und der Magen gefüllt ist, ist es endlich Zeit zu entspannen. Vor allem am Lagerfeuer wird es am Abend so richtig gemütlich. Einige Abenteurer genießen diese Atmosphäre gern mit dem Erzählen von Geschichten und einem heißen Getränk oder einem Bier. 

Andere bevorzugen die Ruhe. Im Alltag finde ich zum Beispiel selten Zeit zum Lesen. Doch im Outdoor-Lager gibt es keine Ablenkungen wie Internet oder Fernsehen. Hier liebe ich es, ein wenig abzuschalten und ein gutes Buch zu genießen! 


Ich hoffe, dieser Beitrag hat dir gefallen und du konntest etwas für deine nächste Tour mitnehmen!

Mehr Beiträge zu den Themen Abenteuer und Outdoor gibt es hier!

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