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Angeln in Neuseeland

Angeln in Neuseeland

Leidenschaft Fischen: Vielseitiges Freizeit-Erlebnis und das Abendessen selbst beschaffen

Vor einigen Jahren fand ich die Vorstellung, Angeln zu gehen eher langweilig. Doch tatsächlich geht es dabei um viel mehr, als faul an einem See zu sitzen und darauf zu warten, dass hoffentlich irgendwann etwas anbeißt. Das Angeln in Neuseeland macht unglaublich viel Spaß und ist für mich zu einem aufregenden und herausfordernden neuen Hobby geworden.

Mich reizt besonders die Vorstellung, zumindest immer öfter, von der industriellen Fischerei unabhängig zu sein. 

Die Ozeane werden zunehmend durch Schleppnetz-Fischerei zerstört und die Lebensräume vieler Unterwasserlebewesen damit unbewohnbar gemacht. 

Gelegentlich einen Fisch zu fangen, und damit eine Mahlzeit abzudecken macht mich glücklich und selbst gefangen schmeckt besonders gut! 

Angeln in Neuseeland: Das Abendessen selbst fangen

Abgesehen davon wird es nie langweilig! Denn Angeln ist unglaublich vielseitig. Ob Fliegenfischen oder Spinnfischen in Süßwasser oder im offenen Meer. Verschiedenste Arten von Ködern, Angelruten und Bedingungen erfordern unterschiedlichste Techniken: Beim eher passiven Angeln mit organischen Ködern wie Fisch, Brot, Mais oder den klassischen Würmern ist oft warten involviert. 

Kommen Kunstköder wie Fliegen Imitationen oder Spinner zum Einsatz muss die Umgebung und Situationen genau betrachtet werden und die Taktik odt angepasst werden. 

Unzählige Möglichkeiten

Neuseeland ist in Bezug auf den Angelsport extrem Vielseitig: Für Anfänger bis zum Profi gibt es hier unzählige Möglichkeiten und Herausforderungen. 

Die Südinsel beispielsweise ist weltweit bekannt für seine glasklaren Flüsse und eisblauen Gletscherseen in denen rekordverdächtige Braun- und Regenbogenforellen sowie Lachse aufgespürt werden können. 

Auch die Seen um Rotorua und Lake Taupo auf der Nordinsel sind bekannt für die Forellenfischerei. 

Die Ost- und Nordküste der Nordinsel (unter anderen) dagegen, sind bekannt für exzellentes Offshore-Bootfischen und allgemein das Fischen in Salzwasser. 

Artenvielfalt in atemberaubender Szenerie

Zusammengefasst ist das Angeln ein aufregendes Abenteuer, bei dem man sich ständig weiterentwickeln kann, man sich selbst versorgt und viele neue und interessante Dinge über die Natur lernen kann. 

Ich habe noch vieles zu lernen und möchte in den nächsten Beiträgen meine Erfahrungen ein wenig dokumentieren. 

Unzählige Fischarten leben hier in verschiedenen Lebensräumen und haben ihre ganz eigenen Verhaltensweisen. Oft geht ein Angelausflug erfolglos aus, aber nur sehr selten, ohne dass man etwas daraus lernen konnte! 

Und selbst wenn es am Ende des Tages keinen frischen Fisch gibt: Die Ruhe in der Natur zu genießen und die Landschaft einfach auf sich wirken zu lassen, macht jede Tour zu einem schönen Erlebnis! 

Was ist zu beachten

Lizenz für Süßwasserangeln

Neuseelands Kultur ist zu einem großen Teil auf Outdoor-Erlebnisse und Abenteuer Ausflüge ausgerichtet. Daher sind die Regel für die freizeitliche Fischerei sehr liberal. Beispielsweise darf jeder jederzeit im Ozean fischen und das ohne Lizenz oder Angelschein. So etwas wie einen Angelschein in Deutschland gibt es in Neuseeland nicht. 

Dafür wird aber für das Angeln in Seen, Flüssen und Flussmündungen eine Lizenz benötigt. 

Eine Jahres-Lizenz für die gesamte Saison ist erhältlich für 185 NZD (ca 115 €). 

Das hieraus gesammelte Geld wird für die Pflege und Fischzucht für die einzelnen Gewässer genutzt.

Das Fischen im Süßwasser bietet definitiv eine Herausforderung. Die Forellen, die in diesen abgelegenen Flüssen leben, sind extrem wachsam und bei unvorsichtigen Vorgehen schnell verscheucht. 

Regeln für die einzelnen Buchten, Seen und Flüsse

Auch wenn das Fischen im Ozean jedem frei gestattet ist, sind auch hier einige Regeln zu beachten. In allen Buchten und Regionen findet man Hinweistafeln, die auf die Mindestgröße und maximale Anzahl für die dort zu fangenden Fisch- Muschel- und Krebsarten hinweisen. 

Diese sind so festgelegt, dass die Nachhaltigkeit der Fischerei in diesen Regionen sichergestellt werden kann. 

Für die Seen und Flüsse gilt das gleiche. Hier findet man online zu jedem Gewässer viele interessante Informationen wie Fischarten, Anzahl und die erlaubten und üblichen Methoden um diese Spezies zu fangen. Auch Tipps zu Fliegen, Spinnern und sonstigen wirksamen Ködern können hier gefunden werden.

Ausrüstungsgegenstände

Angeln in Neuseeland: Ausrüstungsgegenstände

Auch wenn im Internet und manchen Büchern die Auffassung vermittelt wird, das Angeln sehr teuer ist, ist das nicht unbedingt wahr. Wie bei fast jedem Hobby wird eine gewisse Grundausstattung benötigt. Doch viele Gegenstände, die man in Angelgeschäften findet, sind eher Luxus beziehungsweise Nice-to-have als wirklich notwendig. 

Natürlich braucht man zuerst eine Angelrute. Ich habe mich anfangs für eine günstige Teleskop-Angelrute mit Spinning-Reel (Spinn-Rolle) entschieden. 

Diese konnte ich an meinem Rucksack befestigten und auch meiner Wanderung bei mir tragen. 

Hier findet man günstige Angebote schon um die 100 bis 150 NZD. Zusätzlich dann ein paar Angelhaken und etwas Köder (Köder und Eis gibt es hier übrigens an fast jeder Tankstelle in Küstennähe). 

Für das Fischen in kleineren Flüssen bietet sich das Fliegenfischen an. 

Ich habe mir eine Fliegenrute zugelegt und werde in Zukunft wahrscheinlich einen separaten Beitrag (oder eine Serie von Beiträgen) zum Thema erstellen.

Angesehen von der Angelausrüstung sollte, wie bei allen Outdoor-Aktivitäten auf angemessene Kleidung geachtet werden. Insbesondere das Hinterland ist großen Temperatur und Wetterschwankungen ausgesetzt. 

Bei Sonnenschein kann man selbst in Herbst und Winter schnell mal ins Schwitzen kommen und das Ozonloch direkt über Neuseeland sorgt für höhere UV-Werte als zum Beispiel in Australien. Hoher Sonnenschutzfaktor und eine Kopfbedeckung sind also empfehlenswert.

Auch eine Regenjacke und warme Kleidung sollten eingepackt werden, selbst wenn der Ausflug bei Sonnenschein startet. Die Inseln sind oft starkem Wind ausgesetzt und ein Unwetter kann, besonders in den Bergen, schneller aufziehen als man denkt. 

Für das Fischen in Flüssen und Seen können außerdem wasserdichte Waders (Wathose) hilfreich sein. Hiermit kann man bis Hüfthöhe oder etwas weiter ins Gewässer waten, die reichweite beträchtlich vergrößern und die Füße gleichzeitig trocken halten.

Meine (bisher) liebsten Angel Hotspots

Angeln in Neuseeland: Rotorua Lakes Distrikt

Rotorua Lakes

Das Rotorua Lakes District liegt im Osten der Nordinsel in der Bay of Plenty und umfasst insgesamt 18 Seen und einige Flüsse. Diese sind weltweit bekannt für perfekten Bedingungen für das Forellenfischen! 

Der Ngongotaha sowie der Waiteti Stream sind zwei der bekanntesten kleinen Flüsse hier. Es handelt sich eigentlich eher um Bäche als Flüsse, doch diese halten eine große Anzahl Forellen in Rekord-Größen von teilweise über 8 Kilogramm!

Mein Lieblingsort zum fischen in Rotorua waren die Trout Pool Falls am Kaituna River. Ein beliebter Ort für Wildwasser Rafting, da es hier einige kleinere und größere Wasserfälle gibt. Ein kleiner Wanderweg führt durch das Waldgebiet und in eine kleine Höhle. 

Angeln in Neuseeland: Meine erste Browntrout

Der Kaituna River bietet hier einige tiefe Teich mit einer großen Anzahl an Forellen. Ich habe hier meine erste Braun-Forelle gefangen. 

Angeln in Neuseeland: Der Clutha River

Clutha River

Der Clutha River ist der größte Fluss der Südinsel. Er fließt vom Lake Wanaka durch Otago und mündet an der Südküste nahe Dunedin in den Südpazifik. 

Der Fluss ist an vielen Stellen aufgrund der großen Wassermassen nicht ungefährlich. Doch häufig findet man an den Ufern ruhige Teiche in denen Forellen leben. 

In einem dieser Teiche nahe Roxburgh habe ich im letzten Jahr meinen ersten Fisch überhaupt, eine wunderschöne Regenbogenforelle, gefangen! 

Lake Tekapo

Tekapo (Bucketlist) 

Einige Male kam ich bisher durch Tekapo. Es ist einer meiner absolut liebsten Orte aber ich hatte bisher leider noch nicht das Vergnügen, hier Angeln zu dürfen. 

Der Lake Tekapo und sein Umland bietet viele Möglichkeiten dafür. Der eiskalte See wird hauptsächlich von Schmelzwasser aus den Bergen gespeist und beherbergt Forellen und Lachs in großer Zahl.

Ein weiterer sehr beliebter Ort unter Fischern ist der Kanal zwischen Lake Pukaki und Lake Tekapo. 

Einige der weltgrößten Forellen mit an die 20 Kilogramm wurden hier gefangen! (Quelle und Fotos!)

In diesen Kanälen gibt es viele Lachsfarmen. Das überschüssige Futter fällt durch die Netze hindurch auf den Grund des Kanals. Hier liegen diese riesigen Forellen und fressen praktisch ihr Leben lang ohne sich viel zu bewegen. 

Dadurch wachsen sie zu solch unglaublichen Ausmaßen heran.

Lake Tekapo steht daher sobald wie möglich auf dem Plan und ich werde von meinem nächsten Ausflug (voraussichtlich im Dezember) hier berichten! 

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