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Te Araroa Nordinsel: Von Waitomo nach Hamilton

Te Araroa Nordinsel: Von Waitomo nach Hamilton

Nach einer erholsamen Nacht und etwas Entspannung im Whirlpool des Waitomo Holiday Parks, ging es für mich am nächsten Tag weiter in Richtung Hamilton. Vor mir lag eine anstrengende Tour durch die dichten Wälder südlich von Te Rauamoa.

Bush tramping – Wandern nach Neuseeland Standard

Die Wanderung auf dem Te Araroa Trail in Neuseeland führt manchmal auf gut ausgebauten Wanderwegen, manchmal über Straßen oder an Stränden entlang und oftmals durch raues Terrain und über ausgesetzte Trails. 

Wege, die durch Wälder, Nationalparks oder durch das Hinterland führen, werden in unterschiedlichen Klassen (bezüglich Schwierigkeit und Instandhaltung) eingestuft:

Easy access short walk

Ein einfacher und kurzer Spaziergang – meist barrierefrei und geeignet für jedes Level an Fitness sowie Rollstuhl- und Kinderwagenfreundlich. 

Short walk

Ein leicht zugänglicher Track, der eventuell das Auf- und Absteigen über  Treppenstufen erfordert. 

Walkway / Walking Track

Ein typischer Wanderweg, über eine Dauer von ein paar Stunden bis zu einem Tag. Geeignet für Menschen mit einem moderaten Level an Fitness.

Great Walk

Ein Weg nach Walking-Track-Level über mehrere Tage hinweg. Erfordert das Übernachten in Zelt oder Hütten. 

Tramping Tracks / Route

Trail nach Tramping-Standard: Der Weg ist nicht ausgebaut und führt oft steil über Wurzeln oder Felsen. Geeignet für Wanderer mit moderaten bis hohen Level an Fitness. 

Es muss mit Flussüberquerungen (ohne Brücken) gerechnet werden. 

Backcountry Erfahrung sowie Navigations- und Survival Fähigkeiten sind Voraussetzung für diese Wege. 

Quelle: https://www.doc.govt.nz/parks-and-recreation/things-to-do/walking-and-tramping/track-categories/

Wandern auf Tramping Tracks

Der TA ist ein langer Weg und man verbringt viele Stunden auf den Beinen. Oft ist es angenehm, wenn man auf Straßen oder Feldwegen große Strecken in relativ kurzer Zeit zurücklegen kann.

Doch Tage, die einem am lebhaftesten in Erinnerung bleiben, sind fast immer Streckenabschnitte, die über Tramping Tracks führen. 

Hier muss für jeden Kilometer hart gearbeitet werden: Oft geht es hoch und runter, unwegsame Täler hinab und steile Bergrücken hinauf. Es sind Tracks, die durch kalte Gebirgsbäche führen und einem kurze Zeit später beim Aufstieg auf einem unscheinbaren Trail über scharfe Felsen die Schweißtropfen auf die Stirn treiben. Trails, auf denen man auch komplett erschöpft die Konzentration aufrechterhalten muss, um drohende Stürze zu vermeiden. 

Tage, an denen man nach 10 Stunden und mit glühenden Waden endlich überglücklich das Nachtlager erreicht und nach denen ein Topf mit Instant Reis und Thunfisch wie ein Festmahl schmeckt. 

Für genau diese Tage gehe ich wandern. 

Übernachtung bei Casey und John

Der Wanderweg von Waitomo nach Te Rauamoa führt zum Teil über einen solchen Tramping Track. Sicher nicht der härteste aller Tramping Tracks, aber definitiv auch kein Spaziergang. 

Als ich schließlich auf der Kaimango Road aus dem Waldgebiet herauskam, hatte ich über 30 Kilometer hinter mir. 

Meine Füße fühlten sich schwer an und die letzten Kilometer schienen immer länger zu werden. 

Einen Campingplatz gab es hier weit und breit nicht – Ich konnte mich umso glücklicher schätzen, dass die Trail Angels Casey und John hier Te-Araroa-Trail-Wanderern eine Unterkunft für die Nacht bieten. 

Direkt nach meiner Ankunft auf Ihrem Grundstück, das an einem Hang lag und in der Ferne einen Blick auf die Küste bot, kam Casey vor die Tür und hieß mich herzlich willkommen. Sie zeigte mir den Bereich, der von dem Paar extra für TA-Wanderer hergerichtet war: Hier gab es ein Badezimmer mit heißer Dusche, einen Schuhtrockner – ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass so ein Gerät existiert, eine Küche mit Wasserkocher und der Möglichkeit, Wäsche zu waschen. 

Zudem war der Kühlschrank mit Kaltgetränken gefüllt! 

Als wäre das nich schon mehr als genug, brachte Casey mir später einen frischen Salat mit Kräutern aus eigenen Anbau!

Ich fühlte mich hier so willkommen, dass es schwierig war, mich am nächsten Morgen wieder auf den Weg zu machen. Wiedereinmal übertraf die Gastfreundschaft der Kiwis jegliche Erwartung. 

Aufstieg zum Pirongia Mountain 

Gut ausgeschlafen und gestärkt, startete ich in die nächste Etappe der Wanderung. 

Es ging zunächst über etwa 12 Kilometer Landstraße, bis ich am Waldgebiet des Pirongia Mountain ankam. Zum Mittag gab es dann Höhenmeter satt. Doch der Aufwand wurde, wie so oft auf dem Trail, mit erstklassiger Aussicht belohnt. 

Auf dem Gipfel begann sich das Wetter drastisch zu verschlechtern. Ich entschied mich also, über Nacht hier zu bleiben. 

Am nächsten Morgen klarte der Himmel bald auf und ich bekam eine spektakuläre Aussicht auf den nächsten Teil der Strecke, die vor mir lag. 

Durch einen frühen Start in den Tag, konnte ich bereits am Mittag auf den selben Berg zurück blicken, von dem ich am Morgen aus gestartet bin – Man unterschätzt oft die Strecke, die man zufuß an einem Tag zurück legen kann. 

Ankunft in Hamilton – Vitamine tanken 

Nach einem weiteren, langen Straßenabschnitt (länger als notwendig, dachte ich mir öfters als bloß einmal), erreichte ich Whakahoro – einen Vorort von Hamilton. Glücklicherweise bietet der Pub hier TA-Wandern eine günstige Übernachtung in einer kleinen Kabine hinterm Haus oder im Zelt an. 

Nach dem leckeren Salat, den ich dank Casey zuvor genossen habe, wurde mir wieder klar, wie wichtig frisches Gemüse und Obst auf dem Trail sind: Ich fühlte mich danach wirklich um einiges besser – körperlich sowie mental. 

Daher entschied ich mich, meine Nährstoff- Speicher in den nächsten Tagen wieder ordentlich aufzufüllen. 

Nach einem relativ kurzen aber schönen Wandertag von Whakahoro nach Hamilton ging ich einkaufen und machte mir im Hostel einen großzügigen Teller mit Salat und Lachsfilet:

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